Wie angekündigt...
Kolhapur: Der Ort, an dem alles anders sein sollte als es war! Eine Kleinstadt, rund 500.000 Einwohner im Süden von Maharastra...Soll dieser Eintrag, wie auch beim letzten Mal kein ‚Arbeitsblog’ werden, doch ein weiterer kleiner Einblick!
Schärfe in die Luft, kaum öffnen sich die Nasenflügel, saugen selbige sich voll mit Luft, erfasst einen sofort ein stechendes brennendes Gefühl. Hitze liegt über dem Slum. Vereinzelte Kinder zeigen sich auf den Straßen, doch ansonsten ist alles wie leer gefegt. Kaum glaubhaft, nach diesen belebten und ausgefüllten Straßen am Morgen! Murmeln spielende Kinder, waschende Frauen, die sich gegenseitig die Neuigkeiten erzählen und eilig vorbeieilenden Männer, Gemuhe der Kühe und Hundegebelle; Lautsprecher, die die Laute aus den Häusern in die Nachbarschaft tragen.
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Doch nun, ausgestorben...doch nur draußen; drinnen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Trotz sirrender Hitze und keinem Lüftchen im Haus; Frauen stehen am Herd und bereiten für ihre liebsten Lunch. Die Gewürze zerschneiden die Luft, Gemüse pruzelt in der Pfanne und Reis kocht nebenan. Die Küche, einfach, aber fein säuberlich gestapelt findet man alles was man braucht. Drei Frauen bemühen sich hier uns einen typischen Thali zuzubereiten!
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Wie gesagt, welcome in Kolhapur! Dem Ort, an dem nicht nur wir allzu liebenswürdig in diesem Slum versorgt wurden, sondern ebenso liebenswürdig und einmalige Unterstützung unsere Aufgabe bekommen haben. Nicht nur Katharina und Christian machte es Spaß unter diesen extremen Arbeitsbedingungen einen Film für BORDA in punkto Gemeindeorientierter Sanitäsversorgung zu drehen. Denke ich zurück, hätte ich nur wenig Punkte, die ich beim zweiten Mal ändern würde. Doch eigentlich hat alles funktioniert...manches später und auf letzte Minute anderes beim ersten Anhieb. Aber trotz den Problemen der zuerst nicht eingweihten und funtkionierenden Toilettenanlage und meinen anfänglichen Kopfschmerzen, die genau um diesen Punkt kreisten, wurde ich doch zusehens ruhiger, je mehr Zeit ich in Rajendra Nagar, dem Slum, verbrachte.
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Lange Wartezeiten, Lichtprobleme und immer mehr Leute als man brauchte, machten es einem nicht einfach...umso erstaunlicher ist die Offenheit und Herzigkeit der Slumbewohner gegenüber den Journalisten. Nie zuvor eine Kamera in der Hand gehabt, hatten sie sich nach einem Tag soweit an uns gwöhnt, dass wir uns ohne Probleme frei bewegen konnten, damit meine ich frei drehen wer wir wollten. Ab dem zweiten Tage dann auch was wir wollten und was wir von ihnen wollten. Die Performenz war einwandfrei, die Natürlichkeit nicht gespielt und Sprachprobleme im Nu vergessen. War es mein Part im Vorneherein alles zu organisieren und zu managen, entsprachen auch hier meine Aufgaben der ‚Producerin’! Ein absolutes Bonbon, dass ich kurz vor Ende zugesteckt bekam! Ausgepackt sah es noch besser aus: Neben interessanten Gesprächen abends beim Bier, Einblicken ins Kamerabusiness, Szenendiskussionen und Drehmotivsuchen, stellte sich dieser Slum, als der absolute Wahsinn heraus...Was für eine Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit. Nicht nur, dass wir ständig
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Tee geliefert bekamen und in die Häuser eingeladen wurde, nach einem Tag waren wir überall bekannt (wenn nicht schon früher) und wurden für diese Woche richtig aufgenommen in die Gemeinschaft. Ein weiteres Erlebniss, dass ich hoffentlich nie vergessen werde: Langsam senkte sich der Himmel über Rajendra Nagar, wolkenlos und klar. Doch diesmal gerade das Gegenteil. Nahezu der ganze Slum war auf den Beinen, erledigte die letzte Geschäfte des Abends oder bereitete sich für die Nacht vor. Auf den Stufen der Vorterasse der Toilettenhäuser traf man sich, denn zwei Musiker hatten sich eingefunden. Trommel und Trommel mit Schifferklavier und Gesang...beidesmal ein eiznigartiges Erlebniss: Musik, die einen Ergriff zusammensitzend im
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Dunkeln auf der Terasse mit 50 Slumbwohnern. Musik, die einen vergessen machte, glücklich und frei. Musik, die ohne Ende hätte sein können.
Manches passiert, wie vorhergesehen anderes plant man und es klappt aus welchen Gründen auch immer gar nicht und anderes bereitet man gut vor und es funktioniert einwandfrei. Nach einer Woche im Slum, einer am PO zerissenen Hose (auf die ich erst aufmerksam gemacht wurde, als sich eine Schar gigelnder Jünglinge hinter mir aufhielt (was ja hier wiederum in Indien nichst seltenes ist) und der Kommentar einer indische BORDA Mitarbeiterin ‚ich dachte das sei so gewollt; quasi Mode in Deutschland’...ähhhh NEIN), einen Absturz von einer Holzleiter in ein Wasserbecken(glücklicherweiße ziemlich leer) und Kinderscharren, die sich gar nicht mehr losreißen wollten, 8 Münder voller Zucker am ersten Tag zu Begrüßungszwecken und roten kumkum-Punkten auf der Stirn noch und nöcher , nicht zu vergessen den endlosen Schweißperlen (bei 40-45 Grad Hitze), etc ist letztendlich alles irgendwie seinen Weg gegangen und darauf kommst ja an, nech???
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