Sonntag, 30. März 2008

Resümee

Ein Resümee? Was ist das eigentl.? Genaugenommen würde ich es wohl als „Das Abwägen von positiven und negativen Aspekten im objektiven Sinne (subjektive seperate Beurteilung nicht ausgeschlossen)“ beschreiben, „Eine Aufzählung, die die vorher genannten objektiven Aktivitäten, Beobachtungen und Ereignisse in Ihren Hauptaussagen zusammenfasst und subjektiv bewertet“ – Puhhh, oder vielleicht doch einfach als „Mein Zwischenergebnis bzw Zwischenresultat“! :)

„Zwischenresultat“ –da wären wir schon beim Thema...3 Monate bin ich nun hier, 3 weitere werde ich noch hier sein! Ist die Hälfte meines Indienaufenthaltes nun schon fast vorbei, fühle ich mich doch manchmal hier als wäre ich gerade angekommen...
Es ist immer noch sehr laut, bunt chaotisch und verrückt, aber liebenswert! Nichts ist so, wie man es erwartet und ist man aus der Haustür raus und betritt die Straße fängt das „Ganze“ an!
Drei Monate sind es nun schon, die ich hier auf Bangalorischen Boden verbringe und mir die indische Luft um die Ohren säuseln lasse – der reine Wahnsinn!
Wer weiß schon, was auf einen in den nächsten drei/sechs Monaten zukommt...selbst wenn ich hier in ein buntverhangenes Zelt mit einschläfernden Kräutergerüchen gehen würde und mir meine Zukunft vorraussagen lassen würde – wer weiß es schon!
Ich wusste es nicht vor drei Monaten, als ich mich mit freudigen, frohlockendem, etwas traurigen, doch aufgeregt hüpfenden und erwartungsvollem Herzen in den Flieger setzte! Und ich weiß es auch jetzt nicht, wo ich doch nun schon die Hälfte meines Auslandaufenthaltes hinter mir habe und mich ein gutes Stück weit eingelebt habe! Ja, dass kann ich wohl defintiv sagen: Ich habe mich eingelebt in diese „neue Welt“! Inwieweit, das kann ich selbst nicht beantworten – wer weiß schon wo die Skala anfängt und wo sie aufhört? Aber ein gutes Stück weit trifft sehr wohl zu. Und doch ist manchmal immer noch alles ganz neu und fremd...Neue Geschmäcke, Gerüche, Gebräuche und Sitten dieser indischen Kultur, die ich doch versucht habe ein Stück weit zu durchdringen! „Ein Stück weit“ ist es mir wohl auch gelungen: Ich habe mich an dies&das gewöhnt, habe das ein oder andere missen, aber auch schätzen gelernt und fühle mich nicht mehr als vollkommen fremd! Sehe ich in der Innenstadt Ausländer, denke ich mir, ja, Ausländer bist Du auch, aber Du bist kein Fremder mehr, wie die Kurz-Urlaubtouris. Du gehts deine fünf Tage in der Woche arbeiten, hast deinen Spaß dabei und weißt nun auch wo der Hase lang läuft, welche Prozedere Du beachten musst und kennst einige der Macken, bzw Besonderheiten:) gewisser Mitarbeiter. Du arbeitest dein Programm ab, bekommst immer mal wieder unerwartete Aufgaben zwischengeschoben und ab und an das ein oder andere Bonbon. Du kennst einige Shops zum grundlegenden Einkaufen und weißt mittlerweile wie man an die Handelei herangehen muss und worauf man achten sollte. Am Wochenende erkundest Du die Umgebung, machst Ausflüge oder lässt Dich von der städtischen Atmosphäre einfach mittreiben, guckst hier und da und lernst das indische Leben besser kennen. Du tappst auch nicht mehr in jede Stolperfalle und einige Sitten sind ganz natürlich geworden.
Sicher geh’ ich durchs Gelände mit offenen Augen und gespitzten Ohren!
Doch gerade dadurch, dass hier meistens alles anders ist als erwartet und man nichts planen kann, bzw. es sowieso immer anders des Weges daher kommt, ist es aber auch so, dass ich nicht sagen kann, wie sich die nächste Hälfte hier entwickeln wird. Die Gegensätze dieses Landes sind einfach enorm. Das ist auf der einen Seite nicht immer ganz leicht und ich brauchte/brauch meine Zeit um damit klar zu kommen, doch auf der anderen Seite ist Indien eben noch ein Schwellenland! Alles in allem auf alle Fälle eine durch ihre Vielfalt und immensen Ausmaße fast noch „ganz“ neue Welt, die ich dabei bin jeden Tag, jede Stunde, Minute und Sekunde zu erkunden und soviel wie möglich versuche davon in mir aufzunehmen!
Und ja, es ist wahr – „Diese Welt spielt sich zum größten Teil auf der Straße ab!“ :)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sehr lyrisch!
Wenn ich dein Resümee so durchlese, muss ich unweigerlich an unser Wodka-aus-Tüten-Lagerfeuer-Gespräch während deine Abschiedsfeier im THW denken...ich hab's dir ja gleich gesagt ;-)

...3/6 Monate...spielt da etwa jemand schon mit der Ideen zu verlängern??

Liebe Grüße aus der Heimat!

Was ist denn eigentlich aus dem Haustier geworden...Auflösung!