(geschrieben am 30.01.08)
Gemütlichkeit ist an sich keine schlechte Sache! Warum Sachen nicht relaxt angehen, sich ordentlich Zeit nehmen, um sich Gedanken darüber zu machen und dann strickt durchziehen. Für gewisse Dinge braucht man eben seine Zeit und warum sich so stressen, dass man „sein Leben“ nicht mehr geniessen kann? Auch wenn sich der Altersdurchschnitt in den letzten Jahrzehnten rapide erhöht hat – man also „mehr“ Zeit hat sein Leben zu geniessen! Chillen unter Jugendlichen ist weit verbreitet, wer möchte auch schon gerne mit 25 graue Haare haben, Migräne oder stressbedingte also psychologisch verursachte Rückenbeschwerden oder sogar Schlaganfaelle bekommen?
Ob sich die Inder über diese Auswirkungen wirklich Gedanken gemacht haben – ich weiss es nicht! Sicher ist aber, dass sie ersteres umso genauer nehmen...
Ihr glaubt nicht, wie ätzend DAS ist!!! Gehöre ich auch zu denen, die gerne mal „chillen und abhängen“, sich Zeit nehmen und jede Minute bis zur letzten Auskosten, quasi alles auf den letzten Drücker machen ;), ist es dann aber auch wirklich da!
Gemütlichkeit hat eben NICHTS mit Langsamkeit zu tun, denn Langsamkeit is even worse. HIER wird Gemütlichkeit mit Langsamkeit GLEICH gesetzt, dh. Es wird sich Zeit genommen fuer jedes kleine noch so mininano Detail:
-1. INTERNET – heute habe ich alleine 5 min gebraucht um meinen Emailaccount zu öffnen. Im Buero schrie ich die ganze Zeit schon AAAAHHHHHH...... und auch im Internetcafé habe ich mehr Zeit damit verbracht mich einzuloggen, als Emails zu schrieben
-Wollte mir die Schneiderin nicht unbedingt meine Kurta schon einen Tag später wiedergeben und ich sagte „Nein, erst Mittwoch“ (dh. Sie hatte drei Tage Zeit) – ist es heute immer noch nicht fertig
- für 20km Mofa / Motorrad/ Auto braucht man hier im Durchschnitt 1 Stunde; das auch nur, wenn kein „größerer“ Stau ist!
- um 10Uhr zur field visit losfahren, heißt, da erst noch Kaffee getrunken werden muss, um 10:45 treffen
- eine Quittung haben zu wollen, heißt, warten, bis der Quittungsblock hervorgeholt wurde, alles geordnet und schließlich fein säuberlich geschrieben wurde....nicht zu vergessen die Kunst, diesen Zettel vom Block zu lösen
- Strom: 5-10 mal unter der Woche kommt es vor, dass der Strom weg ist, das heißt dann aber auch gleich mal mind. Ne halbe Stunde - in anderen Stadtviertel passiert das och häufiger und dann leich bis zu sechs Stunden...
Schön und gut die Zeit auch im Alltag zu geniessen, die Ruhe zu haben gewisse Dinge lockerer und nicht so steiff und penibel zu sehen, wie wir es in Deutschland tun...ABER auch unsere Tage sind gezählt und der Stein der Weisen liegt noch (Gott sei Dank!) begraben!!!
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