Mittwoch, 30. Januar 2008

Bannerghatta national park?!?

(geschrieben am 27.01.08)

Einen Trip outside der Stadt. Klar, immer wieder gerne! Nachdem uns Sa abend Roland zum Pasta!!! essen eingeladen hatte, stand die Idee fest: Besuch des Bannerghatta national parks!
„Relativ schnell“ erreicht,
hatten wir uns dann auch entschieden eine Safari mitzumachen. 11,330-hectare großes Parkgebiet mit 34 Tigern (davon 2 weißen) + 11 Löwen – wer will da schon laufen;). Resultat: Ja, ich habe einen weißen Tiger, jede Menge Tiger, einen Löwen und Geparden „in natura“ gesehen, dh. Eingezwängt in Käfige, wo die armen Tiere Platz genug hatten ihre täglichen Runden zu drehen, um aber immer dabei bewundert werden zu können. Bewundert habe ich, dass sie nicht völlig ausgerastet sind bei den ganzen miau-Rufen,dem tze..tze..tze..schau doch mal hier in die Kamera, oder dem Gefauche der National Park Touris. Wie bewunderswert und herrlich diese Tiere sind, möchte ich in keinem Maße bezweifeln – Könige der Steppe!!!
Aber diese Tiere taten einfach Leid...da vergeht einem die anfängliche Euphorie und die Freude schnell.
Was ich umso lustiger fand: People watching - Kaum hatte jemand einen Tiger gesehen, sprangen alle auf, drängten sich auf die jeweilige Busseite, starrten aus dem Fenster, ob auch ja keine Atrappe zu sehen war, riefen, miauten, pfiffen und knipsten wie die Verrückten –
was für schöne Studien man da doch durchführen könnte;).
Konnten diese Tiger wohl noch einigermaßen in ihrer natürlichen Umgebung leben, sah das im Zoo nebenan leider ganz anders aus. Vllt könnte man das mit unseren Zoos vor 20-30 Jahren in Deutschland vergleichen...viel zu kleine Käfige, keine annähernde natürliche Umgebung und .... ja genau die Besucher: die meisten hatten wohl echt ihren Spaß. Ist es nicht auch lustig Steine, etc in die Gehäge zu schmeissen und auf die Reaktion der Tiere zu warten??? Einfach tierisch lustig...für die Städter, die mal einen Tag im Grünen verbringen möchten und mal was anderes aus Ratten, Hunden und Kühen sehen wollen – Massenabfertigung wie im Bilderbuch!

Klein, aber miess

(geschrieben am 24.01.08)

Und sie werden mich noch auffressen...diese kleinen mießen Viecher, die immer, wenn ich sie klatsche kein Blut in sich haben – ich allerdings wieder den ein oder anderen neuen Stich irgendwo! 15 in einer halben Stunde!

MOSKITOS sind die HÖLLE

- Drechsviecher, die mein Blut wollen
- Mich von meinem Schlaf abhalten
- zu jeder Zeit aktiv sind
- von denen es einfach viel zu viele gibt
- manchmal das Glück haben, schneller zu sein
- gegen die auch keine indische Repellentcreme hilft
- deren Bisse einfach verdammt jucken
- die viel zu viele Krankheiten tranportieren
- sich mit meinem Blut auch noch vermehren

Kann mir irgendeiner sagen, wozu die gut sind? Sie bestauben nicht mal Pflanzen oder so...nervige kleine blutsaugende Mistviecher – die ganz besonders auf weiße Haut abfahren....
Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr

Freitag, 25. Januar 2008

Tropisches Fieber

(geschrieben am 21.01.08)

Eine Email im Fieberwahn habe ich auch noch nie geschrieben;) – Nein, wirklich keine Sache um sich drüber lustig zu machen. Aber, wie ihr seht gehts mir wieder besser. Gestern hätte ich das auch gar nicht hinbekommen! Von Sa abends um zehn bis heute morgen um acht habe ich bis auf 3Stde (Trinken, trinken, trinken und trinken wieder loswerden) den ganzen Tag verschlafen...bei knapp vierzig grad hatte ich aber auch gar keine Lust irgendetwas anderes zu machen! Montag gings mit Gott sei dank wieder besser, aber ich habe die Fieberattacke noch auskuriert. Aber krank zu sein in einem fremden Land macht echt kein Spaß! Man macht sich doch zuviele dumme Gedanken...

Lovelife

(geschrieben am 17.01.08)

Nachdem der gestrige Tag frei war, da Bongali gefeiert wurde, eine Art Erntedankfest, entschied ich mich erstmal zu Marianne zu gehen! Marianne wird meine neue Mitbewohnerin. Bzw ich wohl eher Ihre, da sie so freundlich ist mich bei sich aufzunehmen, da es immer noch kein guesthouse gibt und ich nicht ewig Pedro und Sonia zur Last fallen kann! Also ging es morgens ab in meine neue Wohnung;). Keine zehn min von hier entfernt quasi zwischen Büro und Pedro’s Haus in einer sehr ruhigen Wohngegend gelegen: erster Stock, eine drei Zimmer Wohnung, eigenes Bad + Dachterasse für gelegentliche Wein(den es hier leider nicht wirklich gibt)abende. Das ein oder andere, wie mein Bett fehlt noch, aber sonst ist eigentl alles bereit für meinen Einzug;). Mindestens genauso wichtig: Danach ging es ins Internetcafé...das Resultat habt ihr nun vor Euch:). Gratisupdates gibts in den nächsten Tagen und natürlich dann auch irgendwann noch die ein oder andere Verbesserung Photos inklusive. Abends ging’s dann wieder mit Wiebke & Henning und Rahul in die Innenstadt. Dinnieren und Bier trinken stand auf dem Plan. Aber nun zu der Story...
Wie erklärt man einem Inder, dass er doch beim Anstoßen in die Augen schauen sollte! Ist Rahul auch wohl ein relativ moderner Inder...in einer Gesellschaft in der Sex eigentl ein Tabu ist...darf man dieses bitterböse Wort ja auch nicht in den Mund nehmen! Sei es, dass es in Bollywoodfilmen mittlerweile zu zärtlicheren Annäherungen kommt und diese nicht überspielt werden, indem zb eine Rose gezeigt wird, eines Meeresbrandung, nicht zu vergessen das Feuerwerk, wenns dann wirklich zur Sache geht J - ist es doch tatsächlich üblich, dass entweder die Eltern oder das Kind aus Scham den Raum verlassen!!! Kein Scherz! Mir hat es selbst ein Inder erzählt, der eigentl zimel modern ist!
Nach dem Moto wer a sagt muss auch b sagen viel mir diese wunderbare Aufgabe zu. Von Bienchen und Blümchen sprechen? – Kindergarten ist vorbei. Aber wie?
Indien, das Land mit der wahrscheinlich berühmtesten Liebeskunst!
Indien, das Land mit Kastenehen.
Indien, das Land, in dem die Hose/Rock über die Knie reichen muss, Ärmellos sehr modern ist, Ausschnitte(falls es sie überhaupt gibt) mit Schals bedeckt werden.
Indien, das Land der dominierenden Männer.
Indien, das Land in dem es verpönt ist sich Händchenhaltend in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Indien, das Land in dem sich Jugendliche in Parks treffen um erste Annäherungsversuche zu wagen (diese darum auch bevor die Dunkelheit einbricht geschlossen werden)
Indien, das Land in dem Sex ein absolutes Tabuthema ist.
(wie immer gibt es auch hier eine Vorder-und eine Rückseite! Verzeiht nur die eine beleuchtet zu haben!)

Donnerstag, 24. Januar 2008

"no, but you have to go...."

(geschrieben am 16.01.08)

Durfte ich die Gastfreundlichkeit der Inder schon das ein oder andere mal testen – sie ist wirklich nicht vergleichbar mit der unseren, die Inder sind doch ein sehr freundliches, offenes Volk, dass sehr viel Wert auf Gastfreundlichkeit legt und sich nicht ohne Grund dafür rühmt - stand mir heute eine ganz andere Art von Freundlichkeit bevor.
Nachdem ich mal wieder mit Verspätung aus dem Büro heraus kam (irgendwie bin ich zu eifrig;) ) wollte ich bevor es ins Internetcafé ging noch schnell eine Postkarte kaufen. Also hinein in den ersten Store.
Ich: „I’m looking for a postcard...do you have one?”
Salesman: Verwirrtes Stirnrunzeln, Kopfgeschüttel und dann ein klares deutliches “No”
Ich: „Do you know where I could by one?“
Er: “At the post office you could by a stamp, mam!”
Mühevoll habe ich versucht ihm zu erklären, was denn eine Postkarte ist…
Er: „ohhhh....you have to go.....” und beschrieb mir den Weg.
Ich bedankte mich und folgte der beschriebenen Route. Also ab in den nächsten Shop.
Ich: „Excuse me could I buy here a postcard?“
Er: “It’s to late, the post office close at 3:30 pm. But tomorrow it’s open up to 9am.”
Ich: “But do you have a postcard?”
Er: “No. But I can show you a place, where you will find some.”
Wieder bedankte ich mich freundlich und machte mich auf den Weg. Unterwegs zog ich aus Verzweiflung mein Englisch Wörterbuch zu Rat, aber Postkarte heißt nunmal postcard!!!
Er: „What are you looking for, mam?“
Ich: “Do you have any postcards?”
Er: “No, but you have to go ………….”
Wie auch immer….er schickte mich auf alle Fälle zu einem nächsten Shop, wo ich dann wahrscheinlich wieder schief angeschaut worden wäre und ebenfalls entweder zur Post geschickt worden wäre um Briefmarken zu kaufen oder in den nächsten Shop und so weiter und so weiter...
Es ist ja schön und es hat mich auch sehr gefreut in einem fremden Land so hilfsbereite Menschen zu treffen. ABER: Bitte, liebe Leute, wäre in manchen Fällen nicht ein einfaches, klares NEIN hilfreicher??? Oder ein, ich kann mit einer „postcard“ leider nichts anfangen! Erklären sie es mir doch bitte! Oder Ich weiß einen Platz, where you have to go.... ;)

Mittwoch, 23. Januar 2008

Life is changing

(geschrieben am 16.01.08)

LEGO – wär hätte das gedacht! Hier in Indien komme ich doch tatsächlich dazu Lego zu spielen;). Nachdem ich Johny nachmittags mit seinen Französisch Hausaufgaben geholfen hatte, gab er mir abends Nachhilfe im Lego bauen:). Da ich mich nicht mehr einnern kann, es verdrängt habe, oder einfach zuviele Gehirnzellen abgestorben sind...zur Verteidigung sei zu sagen: ZU meiner Zeit gab es aber auch noch keine Lego mit Computer, den man programmieren musste! Wie schnell sich doch die Zeit verändert;) – wie gerne wäre ich doch schon vor 5-10 Jahren das erste mal nach Indien aufgebrochen! Ist es heute ja fast schon im Trend nach Indien zu fahren, fing in dieser Zeit der ganze Schlamassel erst an;). Die Veränderungen müssen wahnsinn sein – ich kann das ja nur aus gelesenem und Erzählungen beurteilen. Zehn Jahre in denen sich das Stadtbild hier vollkommen verändert hat. Von dem Charme ist nicht viel übriggeblieben. Bangalore ist nunmal eine der Megastädte, die 5.größte in Indien, aber da ist es echt in Bremen und sogar Viernheim leichter das ein oder andere historisch anmutenden und/ oder charmante Fleckchen zu finden ;). Samstag habe ich mit Johny, Sonja & Pedro den „Russel market“ besucht. Ein traditioneller Markt in einer rießigen Halle mit einer Blumestraße, dem Fischweg, Obstbereich, etc.. Es wurde gefeilscht, geschrien und verhandelt was ging! Jeder pries seine Ware an! Gilt der Russel market heute quasi als eine Sehenswürdigkeit, konnten man vor sechs Jahren diese Art der Märkte noch in jedem Stadtteil finden. Ein Kulturgut das zu Zeiten von Foodworld und metro an Raum verliert! Stadtdessen findet man an jeder Ecke einen Supermarkt mit Tiefkühlregalen und Gefriertruhe. Was sind schon 5-10 Jahre? - Nichts, wenn man bedenkt, dass diese einer der ältesten Kulturen ist, gar nichts. Aber auf alle Fälle genug Zeit zur „Modernisierung“, wie das computerisierte LEGO.

Fingerfood

(geschrieben am 15.01.08)

Eine Woche lang die jüngste...aber was viel schlimmer war, das Alter der Teilnehmer ging erst ab 35 weiter und endete bei 65 Lebensjahren. Habe ich diese Woche auch allerhand Input bekommen und könnte Euch nun erzählen, was das network alles beinhaltet, letztes Jahr getan hat und dieses Jahr tun wird...werde ich es aber wohl doch nicht tun;) Nur soviel für meine Arbeit hier hat es entscheidende WissensGrundlagen gelegt und ich verstehe jetzt auch die Nordinder ein Stück weit besser:). Man kann es sich ungefähr so vorstellen als ob ein Nordfriese mitten ins bayrische Herz kommt. Das bereitete meinen documentarischen Aufgaben doch erstmal alle möglichen Hindernisse, die sich auch nur langsam aus dem Wege schieben ließen. Meike war auf alle Fälle begeistert und die nächsten Tage werde ich wohl erfahren, wie meine Minutes im Büro ankommen. Doch zurück: Fand der Erfahrungsaustausch zwischen alt und jung zur genüge statt (die meisten waren sehr hilfsbereit und erklärten mir mit Vorliebe die indische Kultur und ihre Eigenarten) war ich doch froh, als sich Frabend eine Einladung eines der Partner, der eine zwei Jahre ältere Tochter hatte ergab. So ging es nach dieser Woche los und ich lernte die ersten InderInnen in meinem Alter kennen. Aisha, eine Studentin, die eine Leidenschaft für den Umweltschutz hegt und mir bereitwillig alle möglichen Fragen beantwortete. Doch zu so einer indischen Einladung gehört auch ein Dinner: Hier muss man echt mal ein Hoch auf die indische Gastfreundschaft aussprechen. Hunrig steht da keine auf, was heißt aufstehen, denn nach den ganzen „Gängen“ vor dem Essen, muss man erstmal zu Tisch kommen;). Mein Debut stand auf alle Fälle bevor: Das erste Essen ohne Gabel, Löffel und Messer. Da alles kleingeschnitten ist, kann man ohne weiteres auf letzteres verzichten, doch für das Dal (Linsensuppe) hatte ich bisher doch meinen Löffel vorgezogen...hatte. Auch das Brot, mein Hilfsmittel die letzten Male, konnte ich nicht als Ausweichmöglichkeiten nutzen – es gab nur Reis! Also zeigte mir die sieben Jährige Tochter, wie ich essen musste:).

"Be open...

(geschrieben am 14.01.08)

...and try new Things!” – Kein Problem, eine Sache, die ich eigentl schon die ganze Zeit gemacht habe bzw mache. Aber einige Punkte gehen mir doch zuweit und falls Ihr mal in die Lage kommen solltet, hier die ersten Dinge, die Ihr vermeiden solltet. Man könnte es auch mit Missbehaveiours oder mit Verständigungsschwierigkeiten betiteln ;)
- sagt nie, dass Ihr euren Kaffee mit Milch trinkt!
- Esst kein Pan, dass nach Rosen riecht
- Indisches Englisch ist NICHT wie in Bollywood
- Denkt bevor Ihr Euch in die Sonne setzt an die Folgen...
- Somthing sweet after Dinner?
- Seit nie pünktlich!!!


Und hier die Erläuterungen:
- die indische Art Kaffe zu kochen, ist wie folgt: Sehr starker Espresso wird gekocht und zusammen mit Milch in einigen Fällen auch Zucker in einem Topf ein zweites mal aufgekocht! Glaubt mir, die Blicke sind schon sehr verwirrend, wenn man gefragt wird, ob man seinen Kaffe mit Zucker haben möchte, dies verneint, aber um Milch bittet!
- Pan ist einer der Mouthrefresher, die nach dem Essen gereicht werden. In einigen Fällen enthält dieses „grüne Blatt“ einen Überzug aus Rosenwasser! Stellt Euch einfach vor Ihr esst Euer Badewasser ;)
- Englisch kann sehr, sehr akzentreich sein und seehhhrrr viele neue Worte beinhalten – wie war das L=R and R=L?!
- Rote Haut nach 11/2 Std.en in der Halbsonne: Da lernt man schnell, das man sich auf einem anderen Breitengrad befindet!
- Süß, dass heißt hier nicht Teig mit Zucker, sonder Zucker mit Teig – auch für Naschkatzen mindesten nen Pfund zuviel – süß ist wirklich süß
- Zugegeben lange Zeit konnte ich echt nichts mit der deutschen Tugend „Pünktlichkeit“ anfangen! Doch meine Gene sind irgendwann (wenn auch spät) zu Tage getreten.;) Hier jedoch ist es völlig normal unpünktlich zu sein! Sagt jem in zehn min...rechnet mit dem doppelten.

The Indian way: Massage

(geschrieben am 09.01.08)

Meine erste indische Massage....
Völlig überraschend, Sonntag vormittag. Wie mir Sonia erklärte käme diese Inderin jeden Sonntag: bei 4,5euro die Stunde....warum lange überlegen!?
Habe ich die Inder bisher als konservativ und etwas prüde eingeschätzt, bot sich mir ein ganz anderes Bild. Diese Massage beinhaltete doch tatsächlich eine Busenmassage. Nachdem sie mir Kopf, Gesicht und Rücken massierte und meinte ich solle mich doch nun rumdrehen, tat ich das nichts ahnend...ok, die Arme und der Bauch, dachte ich – dachte ich – aber zu einer indischen Massage gehören wohl so ziemlich alle Körperteile. Ich war voll von den Socken, als sie auf einmal anfing meinen Busen zu massieren – crazy!
Hier erwartet einen doch immer wieder etwas anderes....

Mittwoch, 16. Januar 2008

Affenschreie und lange Hosen

(geschrieben am 09.01.08)

Während Pedro sich heute morgen mit den Partnern zum vier Augen Gesspräch getroffen hat, hab ich ausgeschlafen und sitze nun in der Sonne im Garten, genieß die Krähen- und Affenschreie, die allerdings gerade von dem Baulärm und einem rießen Aggregat unterbrochen wurden.
Ich befinde mich zZ auf meinem ersten Workshop hier in Indien – ein Partnerworkshop, auf dem sich das CDD-network trifft um auf das letzte Jahr zurückzublicken und das jetzige zu gestalten.


Das erste Wochenende ging zieml schnell vorbei – Dank Sonja und Pedro, die mich Sa morgen auch gleich erstmal zu einem „Tag der offenen Tür“ mitgeschleppt haben. So fuhren wir raus aus der Stadt und besuchten „The Association of people with disability“ eine Einrichtung für behinderte Slumbewohner, die dort in einer 10monatigen Phase nicht nur alles mögliche über Planzenbau lernen, sondern vorallem dazugebracht werden selbstständig und selbstsicher in ihr weiteres Leben zu gehen.
Gesagt, getan und da Pedro über einige Ecken den Chef kannte, bekamen wir eine gratis Führung obendrauf. Hätten wir diese Räume in Deutschland gesehen, wären wir wohl sehr stark an ein Kloster oder ähnliches erinnert worden, alles sehr spartanisch und fein säuberlich. Und da wären wir auch schon bei den allseits berühmt berüchtigten Gegensätzen dieses Schwellenlandes. Ohne Bildung ist es nunmal nicht einfach sich fortzubewegen. Während die einen die Möglichkeit haben sich zu entwickeln, sei es weil sie das nötige Kleingeld haben oder das quentchen Glück, denn zB. der Chef dieser gemeinnützigen Organisation geht direkt in die Slums hinein und bietet den Behinderten diese Möglichkeit an.

Als ich abends das erste mal in die Innenstadt mit einem meiner Kollgen fuhr um dort Wiebke und Ihren Mann zu treffen, sah ich das erste mal einige dieser kleineren städtischen Slums, die an den großen Straßen auf dem Weg in die City lagen. Als wir allerdings die berühmte MG Road erreichten veränderte sich das Bild völlig: Müsste ich es beschreiben würde ich an den Piccadillycircus in London denken müssen. Das Aushängeschild Bangalore’s!!!
Eine Shoppingmeile mitten in der Stadt mit MC Donalds, Lewis, Thommy Hilfiger, Adidas, Juwelierläden und was man sich alles nur vorstellen kann. Würden die !meisten! Frauen nicht Saris tragen, man könnte diese Straße wohl kaum von einer der Konsummeilen im Westen unterscheiden. In den Nebenstraßen befinden sich zahlreiche Bars, Hotels und Restaurants.
Wir schafften es sage und schreibe unsere Kneipentour auf eine Zahl von zwei Bars zu reduzieren (obwohl wir schon um halb acht angefangen hatten), denn um elf Uhr ist hier zappen duster.
Indien, das Land der Familie und der Männerkultur, in dem es als Frau ungewöhnlich ist in der Öffentlichkeit Alkohol (und sei es auch nur Bier) zu trinken und ich nun mit langen Hosen bei knapp 30Grad in der Sonne sitze (ok, der Schatten würde es auch tun, aber man muss die Sonne doch ausnutzen – mal schauen, wie lange ich das sage ;).

Das Jahr des Packens...

(geschrieben am 06.01.08)

...schon wieder Klamotten, etc., in den Koffer und ab geht’s! Wenigtens habe ich keine Probleme zu entscheiden, was ich die nächsten fünf Tage mitnehme, da ich ja gar nicht so viel hier habe! Kaum angekommen, werden die Sachen schon wieder gepackt – Wahnsinn! Round about half an hour...

Aber vllt erstmal zu meinen letzten Tagen...
Ich weiß gar nicht, wo ich anfagen soll und die halbe Stde wird auf keinen Fall reichen. Erstmal zu mir ;): Bisher wurde ich weder vergiftet, umgefahren oder gekidneppt :). Es geht mir also ganz gut ;), fühle mich hier wohl und bin mittlerweile wohl auch langsam angekommen...nicht nur physisch, sondern auch psychisch.
Nachdem Donnerstag quasi mein Tag der Erholung vom Flug war – außer schlafen, essen, und einer kurzen Shoppingtour für das nötigste (Bank & Repellentcreme), schlafen, essen und schlafen, war nicht viel drin ;), aber der Input hat allemal gelangt!
Ich habe meine erste Kuh auf der Straße gesehen, die ersten Hände wurden mir entgegen gestreckt, die erste Einladung eines indischen Ehepaares liegt hinter mir, nicht zu vergessen, die ganzen Blicke die man hier auf sich zieht, obwohl man doch eigentl gar nichts macht...

Freitag hat mich Pedro, der Chef des Büro’s, hier auch gleich mitgenommen, denn ich bin zZ. noch bei Ihm + Familie (Sonja und Johny) untergebracht: Sehr sauberes Haus (Kakerlaken habe ich bisher noch überhaupt keine gesehen), ein geräumiges Zimmer für mich, ein deutscher Schäferhund, eine Küche zum selbst bedienen und wirklich sehr nette und hilfsbereite Gasteltern, die einem immer mit Rat und Tat(und davon braucht man hier wirklich viel) beiseite stehen und immer ein offenes Ohr haben!
Das Büro befindet sich mit dem Auto ca. Fünf Minuten entfernt. Das heißt man könnte zu Fuß in zehn Min da sein, denn der Verkehr ist zu jeder Tageszeit das reinste Chaos, aber das tut man hier ja nicht! Laufen ist quasi ein Unding und wer es sich leisten kann, der fährt – sei es Rad, Mofa, Motorad, Auto oder eben Ricksha. Das Büro von BORDA bzw. das der Partnerorganisation CDD ist ein sehr schönes dreistöckiges Haus! Ich werde wohl noch Ewigkeiten brauchen bis ich auch nur annährend die ganzen Namen weiß – irgendwie schauen die alle gleich aus;). Nach einer kurzen Rundtour ging’s gleich weiter mit der Einführung. Es ist wirklich unglaublich: Es erscheint/ist alles viel organisierter und durchgeplanter...nicht nur, dass es für jede Kleinigkeit Formulare gibt, was sich wohl eher als nervig erweisen wird, denn ich kann mir nicht mal irgendetwas aus dem Internet (es gibt sage und schreibe zwei Computer mit Netzanschluss, einen für private Zwecke also um sich im Internet zu informieren und einen für Dienstemails) downloaden oder eben von meinem USB-Stick uploaden...

Aber wahnsinn, wer hätte das gedacht!

Namste fog!

(geschrieben am 03.01.08)

Ein langer Tag geht zu Ende...hier ist es nun kurz nach zehn, dh Ihr werdet gerade beim Abendessen (wenn überhaupt schon ) sitzen oder auch gerade erst Heimgekommen sein.
Ein langer Tag, der eigentl aus zwei Tagen besteht mit ganz wenig Schlaf. Mein erster Langstreckenflug liegt hinter mir...mit herrlichen Ausblicken und einer Geräuschkulisse, die einen wahsninnig macht (ich saß knapp hinter den Maschinen), was meinen Nachbar, da ich ständig „plaese, repeat it“ von mir gab, zu der Annahme brachte, mein Englisch müsse sehr sehr schlecht sein und ohhh, nein, das wäre doch die Sprache Nummer eins!
Die ersten Verständigungsprobleme sind also schon aufgetreten ;)
Fog – ich werde es nicht so schnell vergessen, denn nachdem wir schon mit Verspätung (¾ Std) gestartete waren, konnten wir in Bangalore nicht landen und sind erstmal im Kreis geflogen...wunderbare Aussicht mit den goldenen Lichtern mitten in der Dunkelheit, aber irgendwann reichts! Nachdem sich der Nebel morgens gelichtet hatte, hatte ich endlich mit zwei Stunden Verspätung Boden unter den Füßen!

Wenn mich jem fragen würde, was mich heute am stärksten beieindruckt hat....der Verkehr! Bzw das Verkehrschaos!!!
Nicht, dass es hier mehr Autos oder Mafos gebe. Das hält sich die Wage....aber HUPEN ist Regel Nummer eins im Verkehr: Beim Überholen, um Leute von der Straße zu scheuchen oder die Karren beiseite zu drängen, die Aufforderung ins Taxi zu steigen, zur Begrüßung...immer und immer wieder! Als ob die Hupe das Radio ersetzen würde und die Erfindung des 21.Jahrhunderts wäre.
Das Hupen hat mich heute die ganze Zeit verfolgt..am Flughafen gings los und auch jetzt noch erklingt das ein oder andere tuuuttt, tuuuuttt, tuuuuutttt, tuuuuuuuutttt und ttttuuuuuuuuttt.

Nord-sued Korrespondenz

Ja......ich habe es geschafft - unglaublich, oder???
Unglaublich deshalb, weil ich mich dem Sog entziehen wollte,
nicht so modern und hipp sein wollte, wie alle anderen;)

Letztendlich ist es (so glaube ich herausgefunden zu haben) die einfachste, schnellste und unkomplizierteste Loesung...Wo ich nun schon so eeeeeeeewwwwwwwiiiiiiiiiggggggg weit weg im Sueden bin, moechte ich Euch im Norden natuerlich trotzdem auf dem Laufenden halten und mit neusten News versorgen.

Freu mich auf Eure Kommentare, Anregenungen und Teilnahme!

Also los geht's!!!

Viel Spass

nordlicht

Dienstag, 15. Januar 2008

Blog Premiere

Hi Ihr Lieben,

nun hat es mich doch hierher verschlagen unter tausende, millionen und sogar milliarden. Von nun an findet Ihr hier mein "persoenliches Tagebuch, mein Rednerpult, mein Ventil fuer Nachrichten" ;) - besser geht's doch gar nicht, oder?

Alles Liebe Euer Nordlicht